Der Pfungstädter Wald stirbt

natürlich nicht. Weil wir ihm helfen.

Am Donnerstag, den 28. Januar 2021, organisierte die FDP Pfungstadt eine Ortsbegehung zum Thema „Pfungstädter Wald“. In der Klingsackertanne trafen sich:

  • Wiebke Knell: MdL und Sprecherin der FDP Landtagsfraktion für u.a. Forsten und Naturschutz
  • Oliver Mihaly: Forstwirtschaftsmeister der Stadt Pfungstadt,
  • Frank Zabel: Forstservice Taunus GmbH & Co KG,
  • Harald Polster: u.a. beratendes Mitglied des Sonderausschusses „Planung und Bau der ICE-Trasse Frankfurt/Mannheim“ der Stadtverordnetenversammlung (StVV) Pfungstadt,
  • Jürgen Lilge: Fraktionsvorsitzender der FDP Fraktion in der StVV Pfungstadt und Vorstand der FDP Pfungstadt,
  • Marc Schneider: Sprecher für Stadtentwicklung der FDP Pfungstadt und
  • Mathias Zeuner: Stadtrat und Vorsitzender des Vorstands der FDP Pfungstadt.

Von Herrn Mihaly wurde den Teilnehmern die Historie und Biologie des Pfungstädter Waldes, insbesondere der Klingsackertanne, erklärt. Es handelt sich um einen gut erschlossenen Wirtschafts- und Kulturwald, der überwiegend mit Kiefern angelegt wurde.

Durch zahlreiche Windbrüche in den vergangenen Jahren wurde der Wald stark vorgeschädigt. Die letzten Trockenjahre, insbesondere die Trockenheit des Jahres 2018, haben der Klingsackertanne erheblichen, ja teils desaströsen Schaden zugefügt. So übersteigt die Anzahl der Festmeter Holz, die aufgrund von Waldschäden abtransportiert und verkauft werden müssen, inzwischen die Holzmenge, die üblicherweise im Jahr geerntet wird. Es gibt erhebliche Lichtungen im Baumbestand, die das natürliche Gefüge schädigen können; es droht eine irreparable „Versteppung“ des Waldes.

Gleichzeitig soll und muss der Wald aber wichtige Funktionen für die Stadt Pfungstadt erfüllen. Der Wald spielt eine wesentliche Rolle bei der Grundwasserneubildung und dem Grundwasserschutz. Er bildet, in intaktem Zustand, einen natürlichen Schutz gegen Lärm und trägt zur Reinerhaltung der Luft bei. Er stellt ein Erholungs– und Freizeitgebiet dar und bietet nicht zuletzt Lebensraum für Pflanzen und Tiere vieler Art.  Damit der Wald diese Funktionen weiter erfüllen kann, sind intensive und vor allem moderne, kreative und zielgerichtete Maßnahmen zur Pflege und Aufforstung des Waldes erforderlich. Überließe man ihn seinem Schicksal, würde er wohl in absehbarer Zeit die genannten Aufgaben nicht mehr erfüllen können, ein unwiederbringlicher Verlust für die Stadt Pfungstadt.

Würden die Forstangestellten der Stadt unter Herrn Mihaly und natürlich die externen Dienstleister wie die Forstservice Taunus GmbH nicht mit großem Einsatz, großer Leidenschaft und mit auf die speziellen Bedürfnisse des Pfungstädter Waldes abgestimmten Maßnahmen an der „Reparatur“ arbeiten, der Wald hätte wohl keine Chance. Es erfordert eine sorgsam aufeinander abgestimmte Auswahl der zu pflanzenden Bäume, langjährige Aufzucht, Schutz gegen Wildverbiss sowie ggf. Bewässerung und Forstbewirtschaftung mit adäquatem Gerät, um dem Sterben des Waldes entgegenzuwirken. Das transportieren von Wasser mit Eimern ist keine Hilfe.

Also kurz: Leidenschaft und Geld.

Obwohl die geplante ICE Trasse in unmittelbarer Nachbarschaft zur Klingsackertanne, teils sogar durch sie hindurch, verlaufen wird, können aufgrund überbordender Bürokratie die erheblichen finanziellen Mittel zum Ausgleich und zur Aufforstung nicht direkt dort genutzt werden; ein Missstand, den Harald Polster erläuterte und den wir über Wiebke Knell in den Landtag tragen wollen.

Obwohl man meinen könnte, dass durch den Verkauf des üppig vorhandenen und derzeit am Boden liegenden Holzes Geld in die Kassen gespült würde, kann nämlich davon keine Rede sein. Wie Frank Zabel berichtetet, sind die Holzpreise durch ein Überangebot auf historische Tiefstände gefallen. Das Geld muss also aus anderen Quellen kommen, nicht zuletzt über eine Effizienzsteigerung durch modernes Gerät und kreative Maßnahmen, eben durch die ICE Gelder oder durch Patenschaften für Aufforstungsmaßnahmen, die bereits erfolgreich angewendet werden, wie Oliver Mihaly berichtet.

Wir bleiben optimistisch, sind zuversichtlich, dass die Stadt Pfungstadt den Aufgaben gewachsen ist.

FDP-P, 05. Februar 2021